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06.09.2019

Maschinenexporte leiden unter den Handelskonflikten

VDMA

Globale Handelskonflikte und eine sich immer stärker abzeichnende Konjunkturschwäche belasten das Exportgeschäft der Maschinenbauer aus Deutschland. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres legten die Maschinenauslieferungen nach Angaben des Statistischen Bundesamts um nominal 0,9% oder 0,8 Milliarden Euro auf 89,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zu. Damit hat sich die Exportdynamik deutlich verlangsamt.

Im ersten Quartal hatten die Ausfuhren (nach korrigierten Zahlen) noch ein Plus von 3,8% erreicht. Im zweiten Quartal (April – Juni) 2019 verbuchten die Maschinenbauer sogar ein Exportminus von 1,8% auf 44,7 Milliarden Euro. „Die Unsicherheit, die insbesondere durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China ausgelöst wird, sowie die fehlende Aussicht auf eine Einigung im Brexit-Streit schaden unserer exportorientieren Branche“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Wir beobachten eine sinkende Investitionstätigkeit in China und Großbritannien, vor allem bei Maschinen und Anlagen. Und auch das Expansionstempo in den USA lässt weiter nach“, analysiert Wiechers.

Zwischen Januar und Juni stiegen die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten dank eines hervorragenden Jahresauftakts um 7,8% auf 9,96 Milliarden Euro. Damit haben die USA einen Anteil von 11,2% an den gesamten deutschen Maschinenausfuhren.

Die Exporte nach China legten im selben Zeitraum um lediglich 0,6% auf 9,72 Milliarden Euro zu, China hat damit einen Anteil von 10,4% an den gesamten Ausfuhren. „Die Entwicklungen in China sind wenig überraschend, denn die Industrieproduktion wächst so langsam wie zuletzt in 2002“, erläutert Wiechers.

Auf den Plätzen dahinter folgten unverändert Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich. Besonders nach Frankreich war das Exportwachstum in den ersten sechs Monaten positiv (plus 6,8% auf 6,26 Milliarden Euro). Insbesondere das zweite Quartal 2019 belastete dagegen das Exportgeschäft mit Großbritannien, sodass der Maschinenbau von Januar bis Juni einen Exportrückgang von minus 1,7% auf 3,85 Milliarden Euro verzeichnete.

Im ersten Quartal verbuchte die Branche noch ein Plus von 8,8% im Export mit dem Vereinigten Königreich. „Nun zeigt der Brexit seine unangenehmen Folgen. Zu Jahresbeginn wurden noch viele Bestellungen aus Großbritannien vorgezogen, um drohenden Handelshemmnissen zuvorzukommen“, sagt der VDMA-Chefvolkswirt. „Das hat nun ein Ende. Und auch der Konfrontationskurs der italienischen Regierung bleibt nicht folgenlos.“ Die Exporte nach Italien schrumpften in den ersten sechs Monaten des Jahres ebenfalls um 5,9% auf 4,03 Milliarden Euro.

Die Exporte in die EU-Länder insgesamt legten zwischen Januar und Juni um 1,7% auf 43,1 Milliarden Euro zu. Unverändert schwierig blieb dabei das Geschäft mit der Türkei (minus 11,4% auf 1,58 Milliarden Euro) und Russland (minus 8,0% auf 2,64 Milliarden Euro). Weiterhin positiv entwickelten sich die Ausfuhren nach Japan (plus 12% auf 1,49 Milliarden Euro). Damit verbuchte Japan den größten Zuwachs eines Landes innerhalb der Top-20 Märkte für die deutschen Maschinenausfuhren.

www.vdma.org



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