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12.08.2019

Kollege Roboter: ergonomische und wirtschaftliche Gestaltung von Cobots

Work2019 Conference in Helsinki

„Der Einsatz von Mensch-Roboter-Kollaborationen (MRK) muss vor allem eins sein: produktiv, effektiv und damit wirtschaftlich. Die Einführung bedarf einer Prüfung der Wirtschaftlichkeit, Ergonomie und Sicherheit. Vor allem darf eine Analyse des notwendigen Qualifizierungsbedarfs bei den Mitarbeitern nicht fehlen,“ umreißt Prof. Dr.-Ing. Sascha Stowasser die Bedingungen für die Einführung und den Einsatz von MRK. Der Direktor des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft erläutert am 14. August 2019 anlässlich der Work2019 Conference in Helsinki die theoretischen Hintergründe und den praktischen Einsatz von MRK vor internationalen Experten.

Kollaborierende Robotersysteme, sogenannte Cobots, sind eine wichtige Technologie, die sich im Rahmen der vernetzten Digitalisierung und Industrie 4.0 etabliert hat. Cobots arbeiten ohne Schutzeinrichtungen wie Zäune direkt mit dem Menschen zusammen. Beispielsweise greift der Mensch den Roboterarm, um ihn an eine bestimmte Stelle über dem Werktisch zu führen. Er gibt dem Roboter dadurch zu verstehen, dass er an dieser bestimmten Stelle ein Bauteil greifen soll. Anschließend können fertige Bauteile, die händisch bearbeitet wurden, an diese Position gelegt und vom Roboter gegriffen werden, etwa um sie in Verpackungseinheiten einzulegen. Der Mensch wird an dieser Stelle zum Beispiel von schweren Lasten befreit.

Die Nutzung von MRK muss auch aus prozesstechnischer Perspektive produktiv, effizient und somit letztlich wirtschaftlich sein. Damit dies in der Praxis gelingt, kommt der Qualifizierung des Personals eine wesentliche Aufgabe zu. Nur durch ausreichende Qualifikationen kann sichergestellt werden, dass einerseits der Einsatz von MRK wirtschaftlich ist, andererseits aber auch die hohen Sicherheitsanforderungen an MRK-Arbeitsplätze gewährleistet werden.

In dem Beitrag wird ein Vorgehensmodell zur wirtschaftlichen und humanen Einführung und Arbeitssystemgestaltung von Mensch-Roboter-Kollaborationen in Anlehnung an die ISO 6385 vorgestellt. Zusätzlich geht der Wissenschaftler auf mögliche Qualifizierungsansätze und deren Nutzen ein: „Die erfolgreiche Einführung beginnt bereits bei der Einbindung der Beschäftigten in die Planungsphase, wenn Cobots für deren Arbeitsplätze angeschafft werden sollen. Darüber hinaus muss ein theoretisches und praktisches Training zum Umgang mit MRK-Applikationen, idealerweise an Modellarbeitsplätzen oder am eigenen Arbeitsplatz nach Installation der Roboter erfolgen. Sehr bedeutend ist eine transparente und mitnehmende Kommunikation im Vorfeld um Ängste und Widerstände abzubauen.“

www.arbeitswissenschaft.net



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