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wt-online - Ausgabe 08-2001, S. 531

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Automatisierung, Internet

Automatisierung und Internet

Erfolgreiche Nutzung der Internettechnologie

Die Metasprache XML

Mit der Verbreitung des World Wide Web war es notwendig, die Internetseiten mit einer einheit
lichen, betriebssystem-unabhängigen Sprache zu beschreiben. Zunächst hat sich HTML (Hypertext Markup Language) auf der Basis von SGML (Standard Generalized Markup Language) durchgesetzt. Mit HTML wurden anfangs Dokumente und Links " auch dokument-übergreifend " beschrieben. Aufgrund einiger Nachteile (hohe Komplexität durch ständige Add-ons, keine Trennung von Inhalt und Form, fehlende Grafikfähigkeit) wurde 1998 im Word-Wide-Web-Consortium als internationaler Standard die Metasprache XML (Extensible Markup Language) eingeführt. Mittlerweile wird XML in sehr vielen Bereichen eingesetzt, die teilweise mit dem Internet nichts zu tun haben. Beispielsweise ist ein zunehmender Einsatz von XML in der Automatisierungstechnik zu verzeichnen::

Informationstechnologie in
der Automatisierungstechnik

Unter dem Begriff "Itlution" fasst Siemens alle Produkte und Lösungen für die Automatisierung zusammen, die Informationstechnologie " also Technologien zum Erfassen, Aufbereiten, Übertragen und Verteilen, sowie zur Nutzung und Verarbeitung von Informationen " nutzen. Nachfolgend ein Beispiel, in dem unter anderem E-Mail und Firewalls zum Einsatz kommen::In einer Anwendung sollen die "Stillstandzeiten in der Fertigung" minimiert werden. Dazu müssen im Fehlerfall Servicetechniker schnell informiert werden und zur Behebung einer Störung alle relevanten Informationen direkt zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollen notwendige Wartungsarbeiten rechtzeitig angemeldet werden, um so optimal in den Produktionsablauf eingeplant werden zu können. Die Lösung könnte folgendermaßen aussehen::

Bedienen und Beobachten
über das Internet

Im Folgenden werden zwei Systemlösungen von Siemens für das Bedienen & Beobachten (B&B) vorgestellt. Für beide Lösungen sind bereits Projekte umgesetzt und in Betrieb. Dies macht deutlich, dass das Web als Leitstand bereits Realität ist.

Eine Authentifizierung der Benutzer über den Namen und Kennwort wird unterstützt. Clients müssen sich beim Zugriff auf den Web-Server zunächst identifizieren. Gängige Sicherheitsmechanismen wie Router, Firewalls, Datenverschlüsselung und Proxy-Server stehen zur Verfügung.

Im Prozessleitsystem Simatic PCS
7 bildet @aGlance die Grundlage für das Bedienen und Beobachten über das Web. In Bild
3 ist der strukturelle Aufbau von PCS
7 mit der Einbindung von @aGlance dargestellt. Bild
4 zeigt eine mögliche Architektur von PCS
7 mit der Möglichkeit, über das Internet mit @aGlance das Gesamtsystem zu bedienen.

MES- und Leitebene

Internettechnologien wie XML, HTTP, TCP/IP und weitere kommen insbesondere auch dort zum Einsatz, wo die vertikalen Ebenen der Automatisierungspyramide miteinander verbunden werden. Zum Beispiel wenn ein Feldgerät von einem Engineeringsystem aus genauso bedienbar ist wie direkt vor Ort. Diese Techniken wurden mittlerweile erfolgreich in der Praxis eingeführt. Aktuell gibt es bei Siemens erhebliche Aktivitäten und Lösungen, um heterogene Applikationen aus der Enterprise Resource Planning (ERP)-Ebene (Unternehmensleit- oder Planungsebene), der Betriebsleit- oder Produktionsplanungs-Ebene (MES:: Manufactoring Execution System) und der Steuerungs-, Leit- oder Automatisierungs-Ebene in standardisierter Form miteinander zu verbinden. Technische Basis und damit Schlüsselkomponente dafür ist das Integrationssystem "cube Industrial Framework". Dieses ermöglicht::

Mobilität in der Automatisierung

Nach jahrelanger Konzentration auf die "fixed assets" in den Optimierungsbemühungen moderner Fertigungsbetriebe entdecken Anwender zunehmend, dass trotz des hohen erreichten Automatisierungsgrades immer wieder zeitintensive (und damit kostenintensive) Produktionsstillstände auftreten. Gefragt ist dann die schnelle Verfügbarkeit eines Spezialisten. Ist dieser nicht vor Ort, sollte er das Problem durch "Remote Access" lösen können. So ist sein Einsatz vielleicht die Sache einer Stunde, ansonsten von Tagen.Grundvoraussetzungen für diese mobile Problemlösung sind drahtlose Netz-Anbindung, die Robustheit einzusetzender Geräte für raue Industrieumgebung, einfache Bedienung und kompaktes Design. Der unter diesen Vorgaben entwickelte Mobile Industrial Communicator "
kurz "Mobic" " aus dem Spektrum der Simatic NET-Produkte ist der erste Vertreter dieser innovativen Geräteklasse (Infos im Internet unter:: www.siemens.com/mobic).Den vielfältigen Aufgaben wird das Webpad Mobic durch seine umfassenden Grundausstattung gerecht::

Am Beispiel XML ist augenscheinlich, wie schnell neue Internettechnologien breiten Einzug in die Automatisierungstechnik finden können (Bild
5). Auch bei weiteren derzeit noch offenen neuen geeigneten Technologien kann davon ausgegangen werden, dass diese automatisierungstechnische Lösungen deutlich prägen werden. Die Nutzung des Internets für Automatisierungslösungen wird enorm steigen. Die bei der Nutzung entstehenden Risiken können heute oftmals aufgrund fehlender Erfahrungen nicht fundiert eingeschätzt werden. Es ist aber damit zu rechnen, dass mit zunehmender praktischer Erfahrung die Akzeptanz steigen und damit die Nutzung des Internets deutlich zunehmen wird.

Autor:
Polzer, K.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
wt-online 08-2001, Seite 531
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