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wt-online - Ausgabe 08-2001, S. 473

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In Memoriam Professor König

Am 27. Juni 2001 starb unser verehrter Kollege, den wir alle aus seiner jahrelangen Tätigkeit als einer der Direktoren des WLZ und FhG-IPT in Aachen kannten. Er verstarb im Alter von 72 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Wir alle verlieren mit ihm einen der verdienstvollsten und weltweit führenden Wissenschaftler der Produktionstechnik. In beispielloser Weise verstand er es, die Technologie der Fertigung mit engem Bezug zur Praxis und industriellen Nutzung über die jeweiligen Grenzbereiche des Standes der Technik voranzutreiben. Unkonventionelle Ansätze, Mut zu risikoreichen Experimenten, interdisziplinäre Zusammenarbeit und streng ingenieurmäßiges und wissenschaftliches Arbeiten kennzeichneten seinen erfolgreiches Wirken, um neue Potentiale der Verfahren zu erschließen.

Bereits als Student in seinen Vorlesungen, als Hiwi am WZL, als Vertreter der Studierenden in der Berufungskommission für die Nachfolger von Professor Opitz und als Mitarbeiter des WZL hatte ich Kontakt zu ihm. Er hat nicht nur meine Generation sondern bis in die jüngste Zeit auch viele Studierende der Fertigungstechnik mit seiner streng sachlichen, zukunftsorientierten und zugleich persönlich zugänglichen Art begeistert. Viele haben bei ihm ein tiefgreifendes Verständnis der Fertigungsprozesse inklusive der Wirkzusammenhänge von Werkstoffen, Schneidstoffen, Einflussfaktoren und Phänomenen der Verfahren ebenso wie wirtschaftliche Zusammenhänge gelernt.

In der Forschung hatte er stets ein ausgeprägtes Gespür für Neuerungen. Ich erinnere mich an zahlreiche Gespräche über Forschungsinitiativen, gemeinsame Forschungsprojekte und Begutachtungen, in denen seine wissenschaftliche Gründlichkeit, sein Überblick über den Stand der Technik und seine Anerkennung der Leistungen anderer zum Ausdruck kamen. Besonders herausragend war die von ihm vertretene Brücke zwischen der Werkstofftechnik und der Fertigungstechnik, die zu hohen Leistungssteigerungen und zur Beherrschung der Hochleistungstechnik beigetragen hat. Mit seinen Arbeiten und seinem Engagement in internationalen Gremien und Konferenzen hat er sich einen weltweiten Ruf als der führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der abtragenden Fertigungstechnologien erworben.

Mit Herrn Professor König verlieren wir eine hoch geehrte Persönlichkeit der Wissenschaft, einen engagierten Kollegen und Universitätslehrer, einen Wegbereiter neuer Technologien und einen von vielen geschätzten Freund.

E. Westkämper

Autor:
Westkämper, E.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
wt-online 08-2001, Seite 473
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